BOULDERS BEACH PINGUINE
Boulders Beach: Die Geschichte hinter ihrer Pinguinkolonie
Wie aus einer Kolonie, die 1982 mit zwei Brutpaaren begann, einer der wenigen Orte wurde, an denen man zwischen wilden Pinguinen wandeln kann – und warum die Art heute vom Aussterben bedroht ist.
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Die afrikanische Pinguinkolonie am Boulders Beach nahe Simon's Town begann 1982 mit nur zwei registrierten Brutpaaren. Geschützt vor Fressfeinden sowie vor dem historischen Eiersammeln und Guano-Abbau, die andere Kolonien andernorts verwüstet hatten, ließen sich die Vögel zwischen den riesigen Granitfelsen des Strandes nieder und vermehrten sich in den 1980er- und 90er-Jahren rasant – ein Großteil dieses frühen Wachstums stammte von erwachsenen Pinguinen, die aus angeschlagenen Kolonien umsiedelten, nicht nur von Küken, die vor Ort schlüpften. Seitdem wird die Größe der Kolonie regelmäßig erfasst, und sie bleibt eine von nur einer Handvoll landgestützter afrikanischer Pinguinkolonien, die man zu Fuß besuchen kann.
Eine Art, die heute vom Aussterben bedroht ist
Afrikanische Pinguine wurden 2024 von „gefährdet" auf „vom Aussterben bedroht" hochgestuft, nachdem ihr Bestand seit Beginn des 20. Jahrhunderts um rund 97 % eingebrochen ist und weiterhin jährlich um etwa 8 % abnimmt. Die Ursachen liegen überwiegend auf See, nicht an Land: Konkurrenz mit der kommerziellen Fischerei um die Sardinen und Sardellen, von denen die Pinguine abhängen, sich verlagernde Fischbestände infolge des Klimawandels sowie lang nachwirkende historische Schäden durch Ölkatastrophen und Eiersammeln. Die Kolonie am Boulders Beach hat sich dieser Entwicklung erstaunlicherweise besser widersetzt als die meisten anderen – ein Grund, warum Naturschützer sie als seltene Erfolgsgeschichte betrachten, die es besonders zu schützen gilt.
Promenaden statt offenem Strand
Erhöhte Holzstege führen durch die Dünenvegetation und entlang Abschnitten der Küstenlinie und ermöglichen Besuchern, brütende Pinguine aus nächster Nähe zu beobachten, ohne die in Sand und Buschwerk gegrabenen Brutröhren zu stören. Ein separater Strandabschnitt ist zum Schwimmen neben den Vögeln freigegeben, wobei es spezielle Regeln gibt, wo Besucher gehen dürfen, um die Brutgebiete zu schützen – Pinguine nisten den Großteil des Jahres, und die Kolonie ist während der Eiablage- und Mauserzeiten am empfindlichsten. Das Reservat wird als Teil des Table-Mountain-Nationalparks verwaltet, mit Eintrittsgebühren, die zu seinem Erhalt beitragen.
Warum „Eselspinguine“?
Afrikanische Pinguine wurden lange Zeit als „Eselspinguine“ bezeichnet – wegen ihres lauten, eselartigen Rufs, mit dem sie ihr Revier markieren und Partner anlocken. Dieses Geräusch wird oft mit einem Esel verglichen und ist bis heute das zuverlässigste Zeichen dafür, dass sich eine Kolonie in der Nähe befindet, bevor man sie überhaupt sieht – Boulders kann zur richtigen Tageszeit wirklich laut sein. Diese Art ist der einzige Pinguin, der auf dem afrikanischen Kontinent brütet, und Boulders liegt nahe am Rand ihres üblichen Verbreitungsgebiets auf dieser Seite der Halbinsel – was die Präsenz der Kolonie hier ebenso zu einer ungewöhnlichen geografischen Besonderheit macht wie zu einem Erfolg des Artenschutzes.
Simon’s Town, eine maritime Kulisse
Der Boulders Beach liegt in Simon's Town, einer kleinen, historischen Stadt an der False Bay, die seit dem Bau einer Werft durch die Niederländische Ostindien-Kompanie in den 1740er-Jahren als Marinestützpunkt dient – später übernahm die britische Royal Navy, und seit 1957 führt Südafrikas eigene Marine die Anlage. Die viktorianische Uferpromenade, die Trockendocks und das Marinemuseum der Stadt liegen nur wenige Minuten von der Pinguinkolonie entfernt und verleihen dem Besuch eine vielschichtige Atmosphäre: eine wilde Kolonie auf der einen Seite der Stadt, ein aktiver Marinestützpunkt auf der anderen – beide geprägt von derselben geschützten Bucht.
Naturschutz, den Sie sehen können
Lokale Rettungsorganisationen päppeln verletzte, verölte oder verwaiste Pinguine aus Boulders und anderen Kolonien am Western Cape wieder auf, und von Hand aufgezogene Küken werden manchmal hier in die Wildpopulation entlassen. Schilder entlang der Holzstege erklären, welchen Bedrohungen die Art ausgesetzt ist und was dagegen unternommen wird – so wird ein Besuch in Boulders ebenso zu einer Naturschutzgeschichte wie zu einer Begegnung mit Wildtieren. Es lohnt sich, an den Stegen bewusst Zeit einzuplanen, statt nur schnell ein Foto zu machen – das Verhalten der Kolonie, vom Nestbau bis zum watschelnden Weg zum Wasser, belohnt Beobachten statt Vorbeieilen.
Nicht sicher, welche Peninsula-Tour – oder Kleingruppe vs. privat?
Hinterlassen Sie Ihre E-Mail und ungefähr Ihren Reisetermin – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht, welche Touren Chapman's Peak, Cape Point und die Pinguine ohne Hektik abdecken, die Optionen Kleingruppe vs. privat sowie die besten Zusatzbausteine wie die Weingüter oder eine Bootsfahrt zur Seal Island.